Auf geht‘s zum „World Music Contest 2009“ nach Kerkrade

Der Notenkoffer, 26. Ausgabe/Juli 2009. Von Ute Heiler.
Die einen nennen es die Olympiade, die anderen die Weltmeisterschaft für Blasorchester - weltweit ist der WMC auf jeden Fall das größte und spektakulärste Blasorchester-Festival.
Auf seine Bewerbung im vergangenen Herbst hin erhielt das Verbandsjugendblas- orchester Schwarzwald-Baar im Februar die Zulassung zur Teilnahme am WMC 2009 in der Division II, Sektion Harmonie. Insgesamt 26 Orchester aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechei, aus Hongkong, China, Spanien, Portugal, Italien, England, Norwegen, Schweden, Belgien und den Niederlanden wer- den in dieser mit unserer Höchststufe vergleich- baren Kategorie aufeinander treffen.
Der Pflichtteil für alle Teilnehmer der 2. Division besteht aus dem extra für den Wett- bewerb geschriebenen Werk „Dutch Masters Suite“ des Niederländers Johan de Meij. Er ließ sich von berühmten Gemälden inspirieren - von drei großen holländischen und flämischen Meistern um 1650: die Nachtwache von Remb- randt van Rijn, der Liebesbrief von Johannes Vermeer und Prinsjesdag von Jan Steen.
„Rund 22 Minuten dauert das sehr unge- wöhnliche Pflichtwerk, das zudem aufwändi- ges Schlagzeug-Instrumentarium, Keyboard, Klavier, Gesang etc. benötigt“ erläutert der mu- sikalische Leiter Wolfgang Laufer. Im Eröff- nungsteil dieses Stücks machen die Schützen von Rembrandts Nachtwache mit einer Solopo- saune ihre Aufwartung. Im Kontrast dazu er- klingt von der Frau auf Vermeers Liebesbrief lyrische Lautenmusik. Das dritte Bild zeigt eine überfüllte Taverne am Prinsjesdag: Es wird ge- trunken, gesungen und (immer schräger) musi- ziert. Das „scheinbar ungezogene“ Orchester verliert sich zwischenzeitlich im Chaos.
Für das Selbstwahlstück mussten zwei Kompositionen vorgeschlagen werden. Das WMC-Komitee entschied sich für das Werk „Fantasy Tales“ des belgischen Komponisten Piet Swerts, der in seiner Fantasie-Erzählung auf gelungene Art und Weise mit lyrischen Mo- tiven und drohender Musik traditionelle und moderne Tonsprache verknüpft.
Teile aus diesen beiden Werken wurden be- reits beim Galakonzert mit dem Verbandsju- gendblasorchester Acher-Renchtal in Sasbach- walden im März 2009 vom VJBO vorgestellt.
Probe in der Glöckenberghalle Weilersbach im Juni 2009    Foto: Ute Heiler
Das VJBO freut sich auf dieses nicht alltäg- liche Großereignis. Gleichzeitig ist es auch eine riesige musikalische und organisatorische Her- ausforderung für das Orchester. Bereits seit geraumer Zeit beschäftigen sich die beiden Hauptverantwortlichen Alexandra Götz und Wolfgang Laufer intensiv damit, planerisch und organisatorisch diese Großaufgabe zu meistern. Parallel läuft der Probenbetrieb auf Hochtou- ren. „Dank diverser Sponsorengelder konnten bereits die Rahmenbedingungen geschaffen werden“, freut sich Alexandra Götz.
75 bis 80 Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Kapellen unseres Blasmusikver- bandes werden sich auf den Weg nach Kerkrade machen, um sich am 26. Juli 2009 mit ihrem Dirigenten Wolfgang Laufer den Juroren aus Belgien, den Niederlanden und USA zu stellen.